Prüfungen

Es gibt verschieden Prüfungen an den Jagdhunde ( in unserem Fall verstehe ich unter Jagdhunde Vorstehehunde, FCI Gruppe VII)  je nach Alter und Ausbildungsstufe ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. In diesem Menüpunkt möchte ich diese einzelne Prüfungen kurz beschreiben um zu erklären was hinter den einzelnen Ergebnissen steht. Es ist eine Zusammenfassung über die wichtigsten Punkte die geprüft werden. Die Aufgaben die die Hunde bekommen sind in Ungarn und im Ausland sehr ähnlich, bei manchen Prüfungen sind sie gleich. Ich spreche hier jedoch nur über die ungarischen Prüfungen, die genau Beschreibung und Prüfangaben ihres Landes erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Zuchtverband. 

Bei allen Prüfungen gilt : Nervenschwache und unkontrollierbare Hunde werden aus der Prüfung ausgeschlossen. Ebenfalls wie die Hunde die auch nur bei einem Punkt die Arbeit verweigern, das Wild nicht aufnehmen, das lebende Wild mehrmals fassen / jagen (mit Ausnahme der ÖTV "Stöbern nach der lebender Ente")

Anlagenprüfung / AV: 

Sie ist die Voraussetzung für die Zuchtaufnahme für Junghunde. Es wird empfohlen den Hund erst ab 8-10 Monaten auf der Anlagenprüfung vorzustellen, meist wird bis zum 12. Monat gewartet denn dann kan man gleich den Hund ankören lassen (bei der Körung wird die Formwert des Hundes beurteilt).

Die wichtigsten Prüfpunkte sind : 

1. Feldsuche - Art des Suchens, hier wird auch die Nase des Hundes beurteilt. Ausserdem beinhaltet dieser Punkt selbstverständlich das Vorstehen und das Nervensystem - es wird auch geschossen während der Hund am suchen ist. 

2. Schleppenarbeit - Es wird eine kurze Schleppe von 30 Schritten gezogen, ob mit Federwild oder Haarwild liegt an der Entscheidung des Hundeführers 

3. Apportfreude - Ebenfalls mit Feder - oder Haarwild, eine korrekte Übergabe wird hier noch nicht verlangt. Es wird geschaut wie groß die Interesse am Wild ist, ob der Hund ihn mit Freude oder nur zögernd oder evnt gar nicht aufnimmt .

4. Wasserarbeit - Freude am Wasser- schwimmt de Hund gern ? Er muss auch eine Wildente aus dem Wasser apportieren, ohne und mit Schuss - hier wird auch das Nervensystem betrachtet. Es wird bei der Anlagenprüfung nur in die Luft geschossen. 

 

Jagdgebrauchsprüfung / VAV : 

In Ungarn muss jeder Jagdhund der 2 Jahre alt ist die Jagdgebrauchsprüfung aufweisen ansonsten darf er ab dem Alter auf keine Jagd teilnehmen. Unter zwei Jahren ist die Prüfung keine Pflicht. 

Auf der VAV wird vor allem darauf geachtet daß die Hunde nervenfest, gehorsam und kontrolliert sind, denn sie sollen auf keinen Fall die Jagd auf irgendeiner Weise stören. Es gibt nichts schlimmeres als ein unkontrollierbarer Hund der nur nach seinen eigenen Kopf geht und dadurch sich selbst, das Wild oder Teilnehmer der Jagd in Gefahr bringt.

Deshalb wird während der Prüfung streng auch die Gehorsamkeit und Führigkeit des Hundes geschaut. Die Prüfpunkte sind wie bei der Anlagenprüfung, nur etwas schwieriger gestaltet. 

1. Feldarbeit - Die wichtigsten Punkte sind Führigkeit, Gehorsamkeit, Art des Suchens,  Vorstehen, Nervensystem

2. Schleppenarbeit - 50 Meter, mit Haarwild und Federwild

3. Feldsuche - Es wird ein Federwild und ein Haarwild ausgelegt, so daß weder der Führer noch der Hund wo sie sich befinden. Der Hund muss sie selbständig finden, beide aufnehmen und zum Führer bringen. Eine korrekte Übergabe ist erwünscht. 

4. Wasserarbeit - Der Hund muss die Ente aus dem Wasser bringen, so daß es neben der Ente aufs Wasser geschossen wird. 

 

Wasser-Feld-Prüfung / VMV: 

Diese Prüfung findet im Frühjahr bis Ende des Sommers statt. Sie ist die eine Möglichkeit das international anerkannte Arbeitszeugnis zu erwerben. Dazu muss der Hund mindestens 75 % der Gesamtpunktzahl erreichen. Es ist eine vielseitige, komplexe Prüfung, mit großen Anforderungen am Hund und Führer. 

1. Feldarbeit - Hier wird streng auf die Führigkeit des Hundes geachtet, er soll erzogen und gehorsam sein, aber möglichst selbstständig arbeiten. Art des Suchens, Tempo, Vorstehen, Nervensystem werden geprüft. 

2. Feldsuche - ähnlich wie bei der VAV, hier wird auch ein Federwild und ein Haarwild ausgelegt. Der Führer darf dem Hund ab der Zeitpunkt der Aufforderung zum Suchen keinen weiteren Befehl geben, der Hund muss beide selbständig finden und aufnehmen. Bei Verweigerung der Aufnahme eines der ausgelegten Beute wird der Hund aus der Prüfung ausgeschlossen. Eine korrekte Übergabe ist erwünscht. 

3. Schleppenarbeit - Federwildschleppe 150 Schritte mit einem Bruch, Haarwildschleppe 200 Schritte in Schlangenlinie. Regeln zum Aufnahme wie beim Punkt 2.

4. Wasserarbeit - Es wir eine Ente ins Wasser gelegt, so daß der Hund ihn nicht sehen kann. Der Hund soll mit gutem Wind ins Wasser gelassen werden, so daß er die Witterung aufnehmen kann und die Ente im Wasser finden kann. Dabei soll die Entfernung zur Ente ca 30 Meter betragen. Es wird auch im Wasser die Steuerungsfähigkeit des Hundes beurteilt, er soll nach geradeaus und in versch. Richtungen gesteuert werden können. Sobald er die Ente bemerkt hat wird es aufs Wasser, neben der Ente geschossen. Nach dem Apportieren ist eine korrekte Übergabe erwünscht. 

5. Suche im Schilf - Es wird eine Ente in den Schilf geworfen, so daß der Hund sie nicht sehen kann. Der Hund soll den vorgegebenen Schilfbereich selbständig absuchen ( er wird mit gutem Wind ca 15 Meter vor der Ente reingeschickt), die Ente finden und apportieren. Eine korrekte Übergabe ist erwünscht. 

 

Herbst-Zucht-Prüfung / ÖTV

Sie ist fast gleich mit der VMV, mit der Zusatzaufgabe "Stöbern nach der lebender Ente". Die ÖTV ist die einzige Prüfung wo auf das Wild (Ente) geschossen wird. Bei diesem Prüfpunkt wird die Ente aufs Wasser gelassen, die Stelle wird mit Federn markiert. Der Hund wird an dieser Stelle ins Wasser gelassen und muss die Wasserspur der Ente möglichst selbständig ausarbeiten. Eine Steuerung des Hundes ist erlaubt. Sobald der Hund die Ente bemerkt hat und nimmt die Jagd auf wird die Ente abgeschossen. Der Hund apportiert die ente aus dem Wasser, eine korrekte Übergabe ist erwünscht.

Die Schleppenarbeit ist ebenfalls etwas erschwert - die Länge der Haarwildschleppe beträgt 300 Schritte in Schlangenlinie, die Federwildschleppe bleibt bei 150 Schritten mit einem Bruch. 

Alle anderen Aufgaben und Prüfpunkte sind mit der VMV identisch.

 

 

Die Prüfungen können beliebige Male wiederholt werden, denn wenn ein Hund durchfällt ist er deshalb kein schlechter Hund. Wir Menschen haben auch mal schlechte Tage, dies trifft auch auf unsere Vierbeinern zu. Ob mangelnde Prüfungsvorbereitung, Führerfehler oder einfach Pech - es kann viele Gründe haben warum ein Hund eine Prüfung nicht schafft. Manche wiederholen die schon bestandene Prüfung einfach nochmal um eine bessere Note zu erwerben. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig sich von einem Rückschlag nicht entmutigen zu lassen, ein Prüfungstag ist immer ein toller Tag in bester Gesellschaft unter Menschen die miteinander durch die Liebe zu ihren Hunden verbunden sind. Und egal wie der Tag ausgeht, Spaß macht es den Vierbeinern und seinen Menschen auf jeden Fall ! 

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